Schutz vor Romance-Scamming

Seit einiger Zeit nutzen sogenannte Romance-Scammer Online Singlebörsen und soziale Netzwerke für ihre kriminellen Machenschaften. Die Betrüger versuchen unter Vortäuschung einer falschen Identität, an das Geld der Online Bekanntschaften zu kommen. Opfer der Betrüger sind sowohl Frauen wie auch Männer.

romance-scamming

Typische Scammer-Profile

Typische Scammer-Profile glänzen mit ungewöhnlichen Lebensgeschichten und hinterlassen meist einen seriösen Eindruck. Um beim Gegenüber diesen Eindruck zu verstärken, werden bevorzugt Berufe wie Ingenieuere, Architekten, Soziologen, Ärzte, Krankenschwestern, Lehrerin sowie Geschäftsmänner/ -frauen jeder Art angegeben. Die Fotos der Scammer-Profile zeigen meist eine weiße und äußerst attraktive Person. Diese Bilder sind natürlich gestohlen bzw. direkt für das Scamming fotografiert worden.

 

Scamm-Männer geben vor, im europäischen Ausland oder auch Amerika zu leben. In der Realität sitzen sie meist in Westafrika. Perfekte Englischkenntinisse und gute Übersetzungstools lassen diesen Schwindel allerdings nicht auffliegen. Scam-Frauen geben sich häufig als Russinnen aus. Beliebt sind auch Länder wie Thailand, Afrika, Südamerika und Europa. Selbstverständlich beherrschen diese Scamm-Frauen ebenso perfekt die englische Sprache, manche sprechen sogar sehr gut deutsch.

Scammer machen sich im Leben der Opfer unverzichtbar

Das Opfer wird systematisch "bearbeitet" und emotional abhängig gemacht. So schaffen es die Scammer ohne ein einzieges reales Treffen, sich im alltäglichen Leben des Auserwählten unverzichtbar zu machen. Durch regelmäßige romantische Mails, stundenlange Telefonate oder Chatten nach Feierabend werden seriöse und ernsthafte Absichten suggeriert. Das Thema Geld ist in diesem Stadium kein Thema.

 

Um ein Vertrauensverhältinis aufzubauen, wird ausführlich über Beruf, Interessen, Familie sowie eine gemeinsame Zukunft gesprochen. Sehr gerne bauen die Scammer auch Geschichten über verstorbene Ehepartner und Familienangehörige mit ein. Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an denen die Betrüger ihren wahren Zielen näherkommen. Wegen vermeintlich dringender Familienangelegenheiten oder geschäftlicher Gründe muß eine Reise nach Westafrika angetreten werden. Der Online Bekanntschaft wird hierbei häufig ein Besuch in Deutschland nach dieser Reise versprochen.

Plötzlicher Hilferuf

Kurz vor der der Reise nach Deutschland treten dann angebliche Probleme auf. Das Flugticket kann nicht bezahlt werden. Ein Autounfall mit anschließendem Krankenhausaufenthalt, brutale Überfalle, gestohlene Pässe oder Kreditkarten verhindern angeblich das Treffen mit der großen Liebe. Nun wird das Opfer um Hilfe in Form von Geld gebeten. In diesen "Hilfemails" wird die große Liebe immer stark hervorgehoben. Anrufe von vermeintlichen Ärzten, Angehörigen und Polizisten üben weiteren Druck auf das Opfer aus. Nicht selten drohen die Scammer sogar mit Selbstmord, nur um an das Geld der Opfer zu kommen.

Geld fordern

Das Geld soll per Bargeldtransfer über herkömmliche Geldtransferfirmen wie Western Union und MoneyGram überwiesen werden. Bei diesen Firmen ist kein Konto erforderlich, der Zahlencode der Überweisung lässt keine Rückschlüsse auf den Empfänger des Geldes zu. Ausländische Ausweispapiere sind ebenfalls sehr begehrt. Die Opfer werden unter einem Vorwand gebeten, Kopien von Pass und Reisepass zu senden, etwa um ein gemeinsamens Konto zu eröffnen. So können sehr leicht Ausweispapiere gefälscht werden.

Schutz vor Romance-Scamming

Einfach zu erkennen sind erste Kontaktmails in gebrochenem Englisch oder Deutsch, die auch gleich die Mailadresse des Absenders enthalten. Hier sind Betrüger am Werk, Hände weg. Allerdings beherrschen die meisten Scammer mittlerweilen sehr gut die entsprechende Sprache und sind nicht so leicht zu enttarnen. Mißtrauisch sollten Sie werden, wenn der Kontakt zu auffälligen Liebesbeteuerungen per Mail neigt, ohne zuvor die Identität mit einem realen Date abgeklärt zu haben.

 

Wer Betrügern aus dem Weg gehen will, sollte so schnell wie möglich ein reales Treffen in die Wege leiten. Ein Chat per Webcam ist ebenfalls eine Möglichkeit, um die Identität des Gegenübers zu überprüfen. Bevorzugt nutzen die Betrüger neben den sozialen Netzwerken kostenlose und internationale Singlebörsen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0